Im siebten Schokoladenhimmel oder wo Schokoladenträume wahr werden

Geschichte

Die Lindt&Sprüngli AG ist ein international tätiger Schweizer Schokoladenhersteller, der seinen Sitz in Kilchberg/Schweiz hat. Die Firma wurde 1898 gegründet, hat 13.539 (2015) Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von ca.3.900,9 Mio. CHF. Die Leitung lag von 1993 bis 2016 in den Händen von Ernst Tanner (Geschäftsführer/CEO), seit 1994 war er auch Verwaltungsratspräsident. Seine Nachfolge hat Dieter Weisskopf, der bis zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender der Geschäftsleitung war, angetreten. Die Ursprünge von Lindt und Sprüngli sind einerseits die Schokoladenmanufaktur von Rudolf Sprüngli in Horgen, andererseits die von Rodolphe Lindt in Bern. Rudolf Sprüngli jr. übernahm die Firma seines Vaters 1891. Bereits ein Jahr später wurde die Confiserie Sprüngli als eigenes Unternehmen ausgegliedert.

Im Jahr 1899 baute Sprüngli die Firmengebäude in Kilchberg/Schweiz, gleichzeitig wurde die Firma in eine AG umgewandelt. Die Firma Sprüngli AG wurde von Lindt übernommen, gleichzeitig mit dem Patent des Conchierverfahrens. Es entstand die Lindt&SprüngliAG. 1935 wurde ein Lizenzvertrag mit der Leonard Monheim AG abgeschlossen, sodass ab diesem Zeitpunkt die Fertigung auch in Deutschland stattfinden konnte. 1988 ging die Firma Lindt&Sprüngli selbst nach Deutschland und siedelte sich in Aachen, gleich neben der Firma Lambertz an.

Der Börsengang von Lindt&Sprüngli 1986 legte den Grundstein für die internationale Expansion in den 90er Jahren. 1989 wurde das Produktions- und Verwaltungsgebäude in Stratham/New Hampshire/USA gebaut. In den folgenden Jahren entstanden weltweit zahlreiche Niederlassungen.  Der größte Coup in der Geschichte war 2014 die Übernahme des Süßwarenherstellers Russell Stover Candies Inc. Derzeit ist Lindt&Sprüngli das drittgrößte Unternehmen der Schokoladenbranche in Nordamerika.

Rodolphe Lindt oder Was macht Lindt Schokolade so besonders?

Die kleinen braunen Bohnen des Kakaobaums Theobroma cacao wurden im Griechischen auch die „Speise der Götter“ genannt und faszinierten seit ihrer Entdeckung die Menschen. So ging es auch Rodolphe Lindt, dem 24jährigen Meister-Confiseur und Sohn eines Apothekers. Als er 1879 in der Nähe von Bern zwei durch Feuer zerstörte Fabriken und einige veraltete Maschinen kaufte, hatte er sich vorgenommen, eine völlig neue Schokolade herzustellen. Zu dieser Zeit war Schokolade noch eine bröckelige Masse mit einer rauen Oberfläche, die von Hand gepresst wurde. Sein Bruder August, ebenfalls Apotheker, half ihm dabei. Er war der Ansicht, dass die mit dem Zucker kristallisierte Feuchtigkeit der Schokoladenmasse während der Verarbeitung extrahiert werden müsse. Zudem könne es auch hilfreich sein, die Kakaobutter gleich beizumengen um die Konsistenz der Schokoladenmasse weicher zu machen.

Rodolphe Lindt rührte die Masse drei Tage und drei Nächte: die Masse, die entstand, hatte einen matten Glanz, war dunkel und samtig, leicht zu formen und zerging auf der Zunge. Das Aroma war unvergleichlich. Lindt nannte sie Chocolat Fondant (schmelzende Schokolade). Die wesentlichen Erfindungen waren also die Conche bzw. deren Prozeß, das stundenlange Rühren der Schokoladenmasse sowie die Zugabe von Kakaobutter und die Erwärmung der Masse. Zudem werden diverse Sorten von Kakaobohnen in verschiedensten Mischungsverhältnissen verwendet. Der Begriff Conche stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Muschel; die Conchiermaschinen hatten eine muschelförmige Form!

Unbestritten hat Lindts revolutionäre Entdeckung des Conchierens entscheidend zum internationalen guten Ruf von Schweizer bzw. Lindt Schokolade beigetragen.

Die Geschichte des Kakaos

Cacoa ist die Bezeichnung der Samen der Kakaofrucht, der Kakaobohnen und geht zurück auf die Olmeken, eine der frühesten mittelamerikanischen Hochkulturen, die vor rund 3000 Jahren in Mexiko angesiedelt waren. Das feuchte, warme Klima war dort ideal für das Gedeihen des empfindlichen Kakaobaumes. Die Mayas, einige Jahrhunderte später, erfanden ein Getränk aus Kakaobohnen, bitter und stark gewürzt – es wurde anlässlich heiliger Rituale von Priestern, Königen und Adeligen geopfert und getrunken. Später übernahmen die Azteken die Tradition des heiligen Getränks und nannten es  Xocoatl (xoco=herb; atl=Wasser). Für die Azteken war der Trank Quelle der Weisheit und Energie, Aphrodisiakum und lindernder Balsam. Der Kakao diente aber auch als Zahlungsmittel und wurde gleichzeitig den Göttern als Opfergabe dargeboten.

Christoph Kolumbus kam als erster Europäer mit Kakao in Kontakt. Auf seiner 4. Reise 1502 kostete er das bittere Getränk, konnte ihm aber absolut nichts abgewinnen. Jahre später brachte der Konquistador Hernando Cortez  das braune Gold und das Rezept für den exotischen Trank nach Spanien. Die Spanier nannten es „chocolate“ und fügten ihm Zucker und weitere Ingredienzen hinzu. Diese Köstlichkeit wurde am spanischen Hof mit Begeisterung konsumiert.

Durch die Heirat der spanischen Prinzessin Anna mit dem französischen König Ludwig XIII. gelangte das Getränk nach Frankreich und von dort über alle Königshöfe nach ganz Europa. Bis zum Beginn der industriellen Revolution blieb der Schokoladengenuss in Form von heißer Trinkschokolade den Wohlhabenden vorbehalten. Es folgte die Zeit der Pioniere in Sachen Schokolade, die in Deutschland, Holland, Belgien, der Schweiz und in vielen anderen Ländern ihr Können und ihre Visionen realisierten um mit verschiedenen Techniken und Rezepturen feste Schokolade herzustellen, damit Schokolade allen Bürgern zugänglich gemacht werden kann.

Die wichtigste und entscheidenste Innovation war zweifellos die Entdeckung des Conchierverfahrens 1879 durch Rodolphe Lindt.

Von der Kakaobohne zur Schokolade

Die Schokoladenherstellung ist eine große Kunst, die die Maîtres Chocolatiers vollendet beherrschen. Seit über 160 Jahren werden immer neue Produkte entwickelt und stetig verfeinert. Das beginnt bei der Auswahl hochwertiger Zutaten und Materialien über einzigartige Rezepturen bis hin zu exquisiten Endkreationen. Die wichtigste Zutat bei der Schokoladenherstellung ist feinster Kakao. Die edelsten Bohnen bezieht Lindt aus den Herkunftsregionen Zentral- und Südamerika , Madagaskar und Ghana, Sorten von höchster Qualität wie Criollo und Trinitario. Die Kakaobohnen müssen zunächst fermentiert und getrocknet werden, dass sich das gesamte Geschmackspotential beim Röstvorgang entfalten kann.

Bei Lindt wird noch selbst geröstet: das ist das Besondere! Zu diesem Zweck wurde eine spezielle Technik entwickelt, die auch patentiert wurde. Die Kakaobohnen werden nach dem Rösten und Brechen mit anderen Zutaten und Kakaobutter vermischt, zu einer feinen Masse gewalzt, anschließend stundenlang conchiert und dann zu Tafeln geformt und sorgfältig verziert.

Mein Name ist Hase – der Lindt Goldhase

Hase

1952 erblickte der Goldhase  als eines der traditionellsten Produkte das Licht der Welt. Inzwischen werden jedes Jahr 100 Millionen Goldhasen angefertigt und sie sind in vielen Familien quasi ein Symbol für Ostern geworden. Er erfreut sich auf der ganzen Welt, in über 60 Ländern, größter Beliebtheit bei Jung und Alt. Er wird sorgfältig gefertigt; zunächst rühren die Maîtres Chocolatiers sehr fein vermahlene Kakaobohnen mit sehr erlesenen Zutaten zu zartschmelzender Schokolade. Anschließend wird die flüssige Schokolade in zwei Hälften der Hasenform gegossen, die dann zusammengesetzt und so lange gedreht und gewendet werden bis sich die Schokolade an den Außenseiten gleichmäßig verteilt hat.

Unter ständigem Drehen kühlt die Masse ab. Wenn der Hase aus der Form gelöst ist, wird ihm eine goldene Hülle umgelegt, die von Hand poliert wird bis sie wie eine zweite Haut sitzt und zum Schluß bekommt er schließlich das Glöckchen umgelegt: das Erkennungszeichen des Lindt-Hasen.

Nachhaltigkeit

Mensch und Natur müssen zusammenwirken, dass auch in Zukunft beste Qualität entstehen kann. Aus diesem Grund investiert Lindt in den Erhalt der Umwelt, der natürlichen Ressourcen und die Verbesserung des Lebensstandards der Kakaobauern. Lindt verfolgt hohe Ethik- und Nachhaltigkeitstandards in der Beschaffung seiner Rohstoffe und es ist ihnen ein Anliegen Kakaobauern, Milchbauern und Vanillepflücker sowie alle weiteren Partner fair zu behandeln.

Farming Program

Das Farming Program für Kakao soll die Qualität der Bohnen und den Ertrag aus der Ernte erhöhen und sicherstellen. Zu diesem Zweck werden die Bauern durch Schulungen und Infrastrukturprojekte unterstützt, dass der Anbau für die Bauern auch in Zukunft attraktiv bleibt. Aus Ghana stammt ein großer Teil des Kakaos für Lindt Schokolade. Dort wurde ein spezielles Einkaufsmodell entwickelt mit dem Ziel, die Situation der Bauern vor Ort zu verbessern und ihnen einen Weg aus der Armut zu ermöglichen. Ebenso soll gegen Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen vorgegangen werden.

Gemeinsam mit Armajaro und der staatlichen ghanaischen Organisation Ghana Cocoa Board wurde bereits 2008 ein System zur Rückverfolgbarkeit von Kakao geschaffen. Durch diese Transparenz kann sowohl die Qualität des Kakaos gesichert werden als auch ein realistisches Bild der sozialen und ökologischen Anbaubedingungen vor Ort entstehen. Nur durch Transparenz kann eine nachhaltige Kakaobeschaffung auch in Zukunft sichergestellt werden. Ebenso wurde die Lindt Cocoa Foundation gegründet, eine unabhängige Stiftung, die sich für soziale und ökologische Nachhaltigkeit beim Anbau, der Gewinnung sowie der Produktion und Verarbeitung von Kakao einsetzt.

Trinkwasser

Sauberes, sicheres Trinkwasser ist in vielen Regionen Afrikas, auch in Ghana keine Selbstverständlichkeit. Aber durch sauberes Trinkwasser kann eine Verbesserung der Gesundheit und der Arbeitskraft der Bauern erreicht werden.  Gemeinsam mit einem lokalen Partner konnten bereits über 100 Brunnen gebaut werden, durch die sauberes Trinkwasser sichergestellt wird.

100% zertifiziertes Palmöl für einen nachhaltigen Genuss

In Lindt Schokoladen wird als pflanzliches Fett ausschließlich Kakaobutter verwendet, in manchen Füllungen u.a. auch Palmöl. Palmöl ist geschmacksneutral und hat ein hervorragendes Schmelzverhalten, bei Zimmertemperatur jedoch eine feste Konsistenz. Durch diese Eigenschaften ist es für die Herstellung cremiger Füllungen hervorragend geeignet. Ölpalmen gedeihen in tropischen Ländern und werden in Monokulturen angepflanzt. Palmöl wird neben Schokoladenfüllungen auch für Produkte wie Shampoo, Waschmittel und Seife verwendet, weshalb die Nachfrage nach Palmöl steigend ist. Der Ertrag von Ölpalmen ist wesentlich höher als von anderen Ölpflanzen.

Initiative des WWF

Der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) wurde 2004 auf Initiative des WWF gegründet. Projekte für nachhaltig gewonnenes Palmöl werden gezielt unterstützt. Lindt&Sprüngli als Mitglied des Runden Tisches engagiert sich seit 2008 für verbesserte Rahmenbedingungen bei der Gewinnung von Palmöl. Bei entsprechenden Füllungen verwendet Lindt&Sprüngli heute ausschließlich zertifiziertes  Palmöl gemäß dem RSPO Segregation model „Segregated Palm oil“. 

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