Warum man sich auch mal eine Zeit offline gönnen sollte

Gerade die mobile Technologie hat es verführerisch gemacht, sich der Möglichkeit hinzugeben, das komplette Leben lang erreichbar zu sein. Zu jedem Zeitpunkt lässt sich die Verbindung mit dem Internet herstellen, die E-Mails abzurufen, Nachrichten anzunehmen oder sich auf dem aktuellen Stand im Büro zu halten. Was verständlicherweise als ein Meilenstein der modernen Technik gefeiert wird, ist für den Menschen allerdings ganz automatisch mit Stress verbunden. Für die sogenannte Work-Life-Balance ist es jedoch von Bedeutung, dass man sich manchmal aus der technischen Welt zurückzieht und sich entspannt.

Die Welt wird immer schneller und dynamischer

Das Szenario, dass man von der Arbeit nie wirklich entspannen kann, ist natürlich nicht neu. Schon in früheren Zeiten war es in manchen Berufen normal, dass noch Akten mit nach Hause genommen worden sind oder die Planung für den nächsten Tag im heimischen Wohnzimmer begann. Trotzdem hat sich mit der technischen Revolution alles verändert. Die Smartphones und Tablets sind zu universellen Begleitern geworden. So sehr die Menschen die Möglichkeiten zur dauerhaften Kommunikation miteinander schätzen, bedeutet das aber auch, dass zu keinem wirklichen Zeitpunkt die Entspannung einsetzt. Selbst Abends im Bett kann es noch sein, dass eine wichtige E-Mail empfangen wird. Nun wird die restliche Nacht im Kopf mit der Planung verbracht.

Darüber hinaus ist eine ganz neue Erwartungshaltung entstanden. Mitarbeiter, Kunden und die Geschäftsführung – ebenso wie Freunde – erwarten eine dauerhafte Verfügbarkeit. Es ist nicht mehr normal, dass man über Stunden nicht erreichbar ist, es sei denn man sitzt gerade in einem Flugzeug oder hat eine ähnlich gute Ausrede. Durch den beständigen Fluss an Informationen und Kontakten hat sich die Welt erheblich beschleunigt. Langfristig sind weder der menschliche Kopf noch sein Körper dafür gemacht, diesem Stress dauerhaft ausgesetzt zu sein. Es ist wichtig, dass man sich frühzeitig mit Möglichkeiten beschäftigt, wie man gegen diese Phänomen arbeiten kann.

Feste Zeiten für die Nutzung von Smartphone und Tablet

Die ersten Schritte gegen das Phänomen des ständig unter Stress stehenden Körpers ist relativ einfach: Das Smartphone und das Tablet zu bestimmten Zeiten am Tag einfach ignorieren. Natürlich klingt das einfacher als es in der Realität ist. Niemand möchte so wirklich derjenige sein, der ab 18:00 nicht mehr seine E-Mails liest. Nicht nur die Anspruchshaltung der anderen Personen ist gestiegen, auch das eigene schlechte Gewissen meldet sich, wenn man eben nicht mehr dauerhaft erreichbar ist. Trotzdem wird es der Körper einem danken, wenn man diese Regeln einhält. Ein paar Beispiele für eine praktische Anwendung:

  • Fester Puffer nach der Arbeit: Nach der Arbeit sollte die Zeit dem eigenen Vergnügen dienen. Wer auch nach Feierabend nicht ganz auf seine E-Mails verzichten kann, sollte wenigstens die ersten Stunden nach Feierabend und die letzten Stunden vor dem Schlaf dafür nutzen, auf den Zugang zu E-Mails oder sogar dem gesamten Internet zu verzichten.
  • Der heilige Sonntag: Das Konzept, am Sonntag nicht zu arbeiten, ist natürlich veraltet. Trotzdem ist es in der heutigen Zeit ein guter Ansatz, an einem Tag des Wochenendes gänzlich auf die moderne Technik und die Medien zu verzichten.
  • Urlaube für neue Energie: Reisen sind eine gute Möglichkeit, sich ein wenig vom Alltag zu entspannen. Gerade hier sollte darauf bestanden werden, dass man in der Tat nicht erreichbar ist.

Es gibt also durchaus Szenarien und Möglichkeiten, in denen man auf den Einsatz des Internets verzichten kann und sich stattdessen ganz auf die Regeneration von Kopf und Körper konzentriert. Besonders der letzte Punkt könnte ein guter Ansatz sein, um sich selbst und anderen Personen klar zu zeigen, dass eine dauerhafte Verbindung zum Internet nicht nötig ist.

Der Urlaub als Entschleunigung für eine bessere Work-Life-Balance

Es ist vor allem eine Frage der eigenen Überzeugung, ob es gelingt, sich für einige Zeit vom Internet zu verabschieden. Gerade eine Reise bietet sich dafür an. Man kann sich darauf konzentrieren, Zeit mit Freunden, der Familie oder dem Partner zu verbringen. Das ist viel entspannender als dauerhaft dem Informationsfluss der Medien ausgesetzt zu sein, Kontakt über den Messenger zu halten oder E-Mails zu bearbeiten. Diese festen Zeiten im Leben, in denen man sich alleine darauf konzentriert, die eigene Energie wieder aufzuladen, sind ein guter Ansatz, um sich aus der immer dynamischeren Welt zu entziehen und für eine Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen.

Es ist vollkommen verständlich, dass man in der heutigen Zeit die vielen Vorteile der dauerhaften Vernetzung nutzen möchte. Schon im Sinne der eigenen körperlichen und geistigen Gesundheit ist es jedoch wichtig, dass ab und an der Zeitpunkt kommt, an dem man sich alleine auf sich selbst konzentriert. Langfristig wird das zu einer besseren Qualität im Leben führen und dazu, dass man die Vernetzung viel mehr zu schätzen weiß.

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