Grundsätzlich ist es in Ländern, welche ein kapitalistisch ausgerichtetes Wirtschaftssystem haben, leichter als Privatperson großes Vermögen zu akkumulieren, ganz nach dem Motto wer hart arbeitet und sein Geld geschickt für sich arbeiten lässt soll belohnt werden. Die Vereinigten Staaten als Land mit der stärksten Ausprägung dieser Wirtschaftsform hat daher auch die meisten Personen in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Doch selbst unter begünstigten Bedingungen spielen eine Vielzahl an Faktoren eine entscheidende Rolle beim Aufbau eines Imperiums, wie es beispielsweise Warren Buffett mit seinem Unternehmen „Berkshire Hathaway“ geschafft hat. Wir wollen uns den Menschen hinter dem Geschäftsmann ansehen und wie es möglich war eines der wertvollsten Unternehmen der Welt aufzubauen.

Früh übt sich – Kindheit von Warren Buffett

Warren Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha im US Bundesstaat Nebraska als zweites Kind des Brokers Howard Buffett und seiner Frau Leila geboren.  Während die meisten Menschen ihre Kindheit hauptsächlich mit dem Spielen und Verweilen mit ihren Freunden widmen, zeigte der junge Warren Buffett schon früh ein Händchen für gute Geschäfte. Sein Interesse für Zahlen und wirtschaftliche Themen verfestigte er durch das Lesen von einschlägiger Literatur, so las er z.B „One Thousand Ways to make 1,000 $“ von F. C. Minaker.

Sein Wissen versuchte er stets in der Praxis anzuwenden und übte sich daher früh in vielerlei Arten von Geschäften wie z.B. dem geschickten Einkaufen und Verkaufen von Waren oder dem Vermieten von Spielautomaten in Friseursalons. Er soll sogar schon als Schüler mehr Geld als seine Lehrer verdient haben.

Akademische Laufbahn und Beginn seiner Karriere

Wenngleich ihm nicht herausragende schulische Leistungen nachgesagt wurden, reichte es dennoch die renommierte Wharton Business School in Pennsylvania zu besuchen. Allerdings entschied er sich im Laufe seiner akademischen Karriere sein Studium an der University von Nebraska zu beenden, bevor er seine höhere akademische Laufbahn an der Columbia University in New York fortsetzte, welche zu einem gewissen Maße den Grundstein seines Erfolgs legte. Nach dem Studium arbeitete er unter anderem für das Unternehmen seines Vaters „Buffett-Falk & Company“ sowie als Wertpapieranalyst bei Graham Newman.

Gründung seines eigenen Unternehmens: Buffett Partnership

Im Alter von 25 Jahren gründete Warren Buffett 1956 die Buffett Partnership, welche vergleichbar mit einem heutigen Hedge-Fond ist. Sein Investmentansatz lehnte sich an die Lehren von Ben Graham an; dieser lautete „Wenn du erstmal für dich entschieden hast, wie viel ein Unternehmen wert ist, dann kannst du ruhigen Gewissens die Aktien kaufen, sofern ihr Wert unter dem von dir ermittelten liegt.“. Seine betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten ermöglichten es ihm zudem die Bilanzen der Unternehmen haarscharf auseinanderzunehmen und somit die realen Werte der Unternehmen realistischer einschätzen zu können. Seine überaus erfolgreiche Strategie ermöglichte es ihm daher weit überdurchschnittliche Gewinne für sich und seine Kunden zu erwirtschaften.

Nach regelrechten Auswüchsen am Aktienmarkt Anfang der 70er Jahre, welche zu immer fragwürdigeren Geschäften der Anlagenberater führte und es ihm gleichzeitig schwer machten unterbewertete Unternehmen zu finden, entschied er sich die Gesellschaft aufzulösen.

Der Einstieg bei Berkshire Hathaway

Berkshire Hathaway entstammt aus der Fusion der Unternehmen Berkshire Fine Spinning und Hathaway Manufacturing. Das Unternehmen befand sich zum Zeitpunkt des Einstiegs von Warren Buffett in einer wirtschaftlich misslichen Lage und war durch billige Konkurrenz stark bedroht. Trotzdem entschied sich Warren Buffett nach einem Konflikt mit dem CEO zur damaligen Zeit, Seabury Stanton, zu einem größeren Aktienkauf, welche ihm die Mehrheitsrechte gaben.  Nachdem Warren Buffett merkte, dass er mit dem jetzigen Unternehmen in seiner derzeitigen Form keine großen Gewinne erzielen konnte, entschied er sich ein Portfolio aufzubauen und investierte das vorhandene Kapital in unterschiedliche Unternehmen. Später stellte sich heraus, dass dieser Ansatz gepaart mit seinen brillanten Fähigkeiten auf das richtige Pferd zu setzen die richtige Entscheidung war um ein Imperium aufzubauen, das seinesgleichen sucht.

Im Laufe der Zeit änderte Warren Buffett seine Investmentstrategie. Investierte er zuvor primär in unterbewertete Unternehmen um zum Zeitpunkt einer realistischen Bewertung einen hohen Profit zu machen, wandelte sich seine Strategie, insbesondere durch seinen Partner Charlie Munger beeinflusst. Charlie Munger empfiehlt ihm in wahrhaftig profitable Unternehmen zu investieren und durch das Wachstum und den damit einhergehenden Zinseszinseffekt besonders gute Investments zu tätigen.

Gegenwart von Warren Buffetts Unternehmen

Durch das Kaufen von Aktien und teilweise sogar durch die Übernahme ganzer Unternehmen baute Warren Buffett sein Unternehmen Berkshire Hathaway zu einer der größten und profitabelsten Firmengruppe der Welt auf. Insbesondere im Versicherungsgeschäft ist er gut vertreten, aber auch im Bereich Eisenbahn, Energie und Immobilien sowie unzähligen weiteren Firmen. Sein großer Einfluss in den Vereinigten Staaten ermöglicht ihm zudem Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen.

Warren Buffett selbst beschreibt seine eigene Investmentstrategie wie folgt: 

Wir investieren nur in ein Unternehmen, wenn wir die Geschäfte verstehen, die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, das Unternehmen von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und sehr attraktiv bewertet ist.

Dieser Ansatz in Zusammenhang mit seinen analytischen Fähigkeiten und einem guten Gespür für wirtschaftliche Gelegenheiten machten ihn zu einer Legende unter den Investoren der letzten Jahrzehnte.

Warren Buffett als Philanthrop

Im Jahr 2006 kündigte Warren Buffett an den Großteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke spenden zu wollen, dabei soll der überwiegende Teil in die Bill & Melinda Gate-Stiftung fließen, welche sich für Entwicklungshilfe, Gesundheit weltweit und für verschiedenen Initiativen in den USA einsetzt. In der zusammen mit Bill Gates gegründeten Initiative „The Giving Pledge“ wollen die beiden versuchen die „Superreichen“ der USA zusammenzubringen um für wohltätige Zwecke zu spenden.

Fazit

Warren Buffett wird wohl über seinen Tod hinaus als Legende unter den Investoren in die Geschichte eingehen. Seine strenge Art sich bei seinen Investitionsentscheidungen auf den Kopf statt auf das Gefühl zu verlassen und insbesondere ein Gefühl zu entwickeln in welche Richtung sich die Märkte bewegen, zeichnen ihn besonders aus.

Wer also sich selbst im Leben das Ziel gesetzt hat erfolgreich zu werden, sollte sich stets an den Leuten orientieren, welche es im jeweiligen Bereich bereits geschafft haben, denn nur von den Besten kann man lernen.