Wie gefährlich sind „Fake News“ tatsächlich?

Immer wieder redet man von den „Elite-Medien“, der „Systempresse“, den „alternativen Fakten“ oder auch von den „Alt-Parteien“ – Begriffe, die von Populisten verwendet werden, wenn sie gegen die Medien wettern. Die Gesellschaft soll „aufgeklärt werden“; Zeitungsberichte werden gerne als unwahr verkauft und mit „alternativen Fakten“ als Lügenmärchen enttarnt. Es scheint, als wären die Zeitungen – ob in Deutschland, Österreich oder auch in den USA – voll mit Unwahrheiten. Im Rahmen der Meinungsfreiheit ist es natürlich erlaubt, dass die Populisten, die sich oft nur in der Opposition befinden, die Medienberichte kritisieren. Doch wie gefährlich sind die Angriffe tatsächlich? Am Ende müssen die Journalisten ihre Berichte selbst hinterfragen, noch mehr Quellen und Beweise anführen und zudem auch kritischer werden. Manchmal muss man auch über unbequeme Wahrheiten berichten, sodass nicht tatsächlich der Anschein erweckt wird, es handle sich um die „Systempresse“.

Zwischen „Fake News“ und „Lügenpresse“

Vor rund zwei Jahren wurde der Begriff „Lügenpresse“ kreiert. Auf den Pegida-Versammlungen („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) wurde nur noch von der „Lügenpresse“ geredet – die Menschen, die gegen die Islamisierung demonstrierten, glaubten den Zeitungen kein Wort mehr. Doch waren die Teilnehmer der Demonstrationen wirklich der puren Überzeugung, dass es keinen „freien Journalismus“ mehr gab oder wurden sie mitunter nur derart aufgehetzt, dass sie den Zeitungen gar nicht mehr glauben konnten? Es waren mitunter die „alternativen Fakten“, die viele Menschen verunsicherten. Im Internet gibt es zahlreiche Berichte von Seiten, die zwar echt wirken, jedoch nur eine einzige Absicht verfolgen: Menschen verunsichern. In vielen Fällen befassen sich die „richtigen Fake News“ mit den Ängsten der Verunsicherten – wer der Meinung ist, dass Flüchtlinge kriminell sind, wird jenen Artikeln glauben, in denen bestätigt wird, dass alle Flüchtlinge Terroristen sind. Wird jedoch eine andere Meinung veröffentlicht, so glaubt man der „Systempresse“ gar nicht. Es werden keine Fragen gestellt, sondern jenen Artikeln geglaubt, die die Meinung der „Verunsicherten“ abdrucken. Seiten, auf denen sich erfundene Berichte erfinden, werden sodann in sozialen Netzwerken geteilt; auch Politiker, die durchaus mit den Ängsten der Bevölkerung spielen, „teilen“ derartige Meldungen und sorgen für eine besorgniserregende Stimmung. Ob die Politiker die „Fake News“ tatsächlich glauben? Man kann davon ausgehen, dass viele Politiker sehr wohl wissen, dass es sich um erfundene oder stark übertriebene Berichte handelt – leider muss man aber auch davon ausgehen, dass es ein paar Politiker geben wird, die die „Fake News“ ebenfalls glauben.

Fakenews

Der Kampf gegen die Medienlandschaft

Donald J. Trump, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, spricht immer wieder von „Fake News“. Er hat den Begriff geprägt und dafür gesorgt, dass eine Minderheit immer größer wurde – die Zahl jener Menschen, die die Arbeit der Journalisten infrage stellen, wurde und wird immer größer. Natürlich sind die „Misstrauischen“ nicht ohne Grund misstrauisch geworden. Ja, es gab schon ein paar Journalisten, die nur „ihre Wahrheit“ abdruckten. Ja, viele Berichte scheinen mit der Realität nur wenig zu tun gehabt zu haben. Doch rechtfertigen ein paar „schwarze Schafe“ den Umstand, dass nur noch von „Fake News“ geredet werden kann? Die Oppositionellen wissen, dass sie die „Unzufriedenen und Misstrauischen“ gewinnen müssen – wer die Unsicherheit verstärkt und mit „alternativen Fakten“ kommt, kann hier doch viel bewirken. Schlussendlich darf jenen Journalisten, die die Wahrheit „freundlicher darstellten“, auch nicht zur Gänze die Schuld gegeben werden: Am Ende versuchte man Situationen, die nicht immer rosig waren, etwas zu „verschönern“ – ob die Vorgehensweise richtig oder falsch war, muss jeder Mensch für sich selbst beantworten. Im Umkehrschluss kann davon ausgegangen werden, dass jene Journalisten denselben Weg wie jene Schreiber verfolgten, die mit „alternativen Fakten“ punkten wollen – nur gehen die Journalisten der „alternativen Fakten“ den gegenteiligen Weg. Sie wollen Ängste schüren, während so manche Journalisten Ängste nehmen wollten.

Eine Demokratie muss „Fake News“ aushalten

Die Demokratie muss Kritik aushalten können. In einer Demokratie müssen die kritischen Stimmen immer einen Platz haben. Gefährlich wird es nur, wenn die Kritiker mit „alternativen Fakten“ bestärkt werden. Auch wenn die Berichte, die sich in den Zeitungen finden, nicht im Einklang mit der Meinung der „Misstrauischen“ sind, so sind sie keineswegs falsch oder erfunden. Im Umkehrschluss sind die „alternativen Fakten“ auch nicht immer richtig – am Ende müssen sich all jene, die nur von „Fake News“ sprechen, für einen Mittelweg entscheiden. Schlussendlich werden zwar die Berichte in der „Systempresse“ hinterfragt, die „alternativen Fakten“ aber „ungefragt akzeptiert“. Genau das ist auch die größte Gefahr: Menschen, die kritisch sind, sollten nicht nur jenen Artikeln glauben, die der eigenen Meinung entsprechen. Das gilt natürlich auch für jene Personen, die immer nur das Gute erkennen.

Gibt es eine Lösung?

Journalisten müssen einerseits kritischer, andererseits „ehrlicher“ werden. Das bedeutet nicht, dass die Journalisten gerne die Unwahrheit berichten – sie müssen nur darauf achten, dass sie ihre Berichte mit Quellen und Beweisen untermauern, sodass die „alternativen Fakten“ gar keine Chance haben. Erst dann, wenn die Berichte mit Fakten untermauert werden, können auch die „Misstrauischen“ überzeugt werden. Solange die Quellen fehlen, werden die „alternativen Fakten“ bestehen bleiben. Eine einseitige Berichterstattung ist immer schlecht – ganz egal, ob es sich um „positive“ oder „negative“ Nachrichten handelt.