Viele sehnen sich nach einer Bindung, die trägt, zuverlässig und ehrlich ist. Doch unklar bleibt häufig, wie sich dieses Ziel erreichen lässt. Die gute Botschaft für alle, die nicht mehr an die große Liebe glauben, lautet: Doch, langfristige Partnerschaften sind möglich! Aber sie erfordern Einsatz, Offenheit und Mut. Wer eine stabile Basis aufbaut, wird langfristig nicht scheitern. Und was sind die Grundfaktoren für eine gelingende Partnerschaft?

Eine gemeinsame Basis für langfristige Beziehungen

Auch wenn die Werbung uns andere Dinge glauben lassen möchte: Frauen reicht es nicht, den Partner mit Dreitagesbart und großer Klappe an der Seite zu haben. Ob Naturbursch oder gestylter Dressman, gutes Aussehen oder ein bestimmter Look reichen nicht aus, um eine gute Partnerschaft zu führen. Natürlich entscheidet die Optik bis hin zu Duftsignalen, inwieweit ein Mensch anziehend auf andere wirkt. Wer selbst alternativ geht, sucht keinen Modefreak und umgekehrt. Worauf es in einer Partnerschaft aber tatsächlich ankommt, sind gemeinsame Werte, Hobbys und Humor. Was nützt es dem Sportfreak, wenn die Partnerin gerne in die Oper geht und keinen Sinn für Klettern oder Rennradfahren hat? Umgekehrt wünscht sich ein musisch orientierter Mensch einen Partner, der dieselben Gefühle bei Musik, Kunst und Tanz empfindet. Klopfen Sie beim Kennenlernen Ihr Gegenüber ab. Hat diese Frau oder dieser Mann dieselben Antennen für Humor? Lachen Sie über denselben Witz oder findet man Ihre Gags nervig? Wer gelernt hat, sein Gegenüber wahrzunehmen, kann schon beim ersten Mal spüren, ob die Chemie stimmt. Flirten und lange Gespräche müssen nicht automatisch in eine erfolgreiche Partnerschaft führen, können es aber. Allerdings nur, wenn nicht nur auf der Oberfläche über banale Themen wie berufliche Erfolge, den letzten Cluburlaub oder das neue iPhone gesprochen wird!

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Kommunikation heißt das Schlüsselwort

Frauen suchen Partner, die nachdenken. Dazu muss man kein sensibles Weichei sein. Schließlich bleibt es nicht bei den berühmten ersten Schmetterlingen im Bauch. Irgendwann bestimmen Normalität und Alltag Ihre Zweisamkeit. Dann ist es wichtig, gelernt zu haben, wie man wertschätzend kommuniziert. Sprechen Sie offen über Dinge, die Sie bewegen, aber hören Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner auch zu. Zuhören ist eine hohe Qualität, die von beiden verlangt, sich vollständig auf den Anderen einzulassen. Oft trennen sich Frauen nach Jahren von ihren Männern, weil sie der Meinung sind, man habe ihnen nie zugehört. Auf erstauntes Nachfragen nach dem „Warum“ erntet man dann nur Ärger und Achselzucken, vielleicht den Zusatz: „Ich habe es dir so oft gesagt“. Schon klar: Gerade bei Streitfragen ist es nicht immer sofort möglich, eine Lösung zu finden. Umso mehr, wenn es um schwierige Themen wie die Schwiegereltern, die Kindererziehung oder die neue Arbeitsstelle geht. Gerade dann ist es nötig, nicht zu kneifen. Das bedeutet nicht, Themen unendlich lange zu diskutieren. Legen Sie ruhig eine Pause ein. Argumentieren Sie nicht mit einem anklagenden „Du machst immer“, „Du sagst immer“. Argumentieren Sie aus einer reflektierten Position heraus, die zeigt, dass Sie sich um den Anderen bemühen. Wer von sich spricht, sollte das genau so sagen: „Ich fühle mich mit deiner neuen Stelle in einer anderen Stadt nicht wohl“. Das mag nach einer Floskel klingen, ist aber keine. In Wirklichkeit geben Sie Ihrer Partnerin die Möglichkeit, ihren Standpunkt darzustellen. Es bringt nichts, den Partner in die Ecke zu drängen und damit die Basis für ein Gespräch zu ruinieren.

Nehmen Sie sich Zeit

Nicht umsonst gibt es das Zitat „Zeit ist Geld“. Was nützt ein Partner, der sich nie Zeit nimmt? Der von Termin zu Termin rast, aber keine Kraft mehr für Radausflüge, ein Konzert oder das gemeinsame Essen mit den Kindern hat? Gute Partnerschaft erfordert Zeit füreinander und Zeit miteinander. Diese Zeit kann man unkompliziert zu Hause auf der Couch verbringen. Wichtig ist aber auch, Zeit gemeinsam zu gestalten. Schmieden Sie Pläne für einen Kurzurlaub, den nächsten Kinoabend oder den Ausflug ins Grüne. Melden Sie sich bei einem Tanzkurs an oder wählen Sie eine tolle Mountainbikeroute in Südtirol für das gemeinsame Wochenende aus. Viele Partnerschaften leiden darunter, dass der Alltag seinen Charme verliert. Eingebunden in berufliche oder anstrengende Elternpflichten, bleibt kein Raum mehr für Fantasie und Spontaneität. Irgendwann schwimmt man gemeinsam im immer gleichen Fahrwasser von Abläufen, fühlt sich ausgebrannt und gelangweilt. Was ist leichter als den Fehler beim Partner zu suchen? „Weil Du abends müde bist, gehen wir nie aus“. „Weil Du nie Zeit hast, bekommst Du nichts von den Kindern mit“. Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen! Planen Sie immer wieder kleine Höhepunkte gemeinsam ein. Das muss nicht immer der teure Kurztrip nach Rom oder New York sein. Im Gegenteil! Wer mit Kreativität und wenig Geld Ideen umsetzt, hat oft mehr Spaß. Organisieren Sie spontan an einem warmen Sommerabend ein Picknick am See. Überraschen Sie Ihre Frau oder Ihren Partner mit einer Konzertkarte für das nächste Wochenende. Oder machen Sie einfach nur einen gemeinsamen Spaziergang an der frischen Luft.

Hobbys verbinden

Wer mit seinem Partner ein oder mehrere Hobbys teilt, ist im Vorteil. Gemeinsam Bücher zu lesen und darüber zu diskutieren, gerne auf Reisen oder in den Tanzkurs zu gehen, zu klettern, biken oder schwimmen, verbindet. Über die gemeinsame Leidenschaft kann man sich austauschen und seine Freizeit ausfüllend gestalten. Auch die Aktivität sollte sich entsprechen. Wenn ein Partner gerne zu Hause ist, der andere aber die Welt kennenlernen möchte und auf Abenteuer steht, ist das keine gute Voraussetzung. Gleichzeitig sollten Sie sich bewusst sein: Den idealen Partner gibt es nicht! Liebe bedeutet nicht nur Leidenschaft. Liebe bedeutet auch Empathie und Mitgehen. Wenn man den Anderen verstehen möchte, sollte man offen und flexibel sein. Wer stur auf seinem Standpunkt beharrt, treibt einen Keil in die Beziehung. Alphamäßiges Auftreten und Ellenbogentechnik mögen in manchen Berufen angebracht sein, in Beziehungen sind sie definitiv fehl am Platze.

Reflexion und Selbstwahrnehmung

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Man muss kein Psychologe sein, um über sich und Andere nachzudenken. Ohne Reflexion geht es auch in langfristigen Beziehungen nicht. Viele Männer meinen, sie sind stark, wenn sie keine Gefühle zeigen. Doch ist es wirklich schick, über den Dingen zu stehen? Kühl, nüchtern und unantastbar daherzukommen? Auch neueste Untersuchungen zeigen, dass junge ebenso wie ältere Menschen langfristige Beziehungen an oberste Stelle setzen. Offenheit, Selbstkontrolle und Einfühlungsvermögen sind Tugenden, die weder altmodisch noch unerreichbar sind. Gestehen Sie sich und anderen Schwächen zu. Versuchen Sie Kritik aufzunehmen und umzuwandeln. Sind Sie bei aller Selbstreflexion aber auch nicht zu kritisch: Der Weg ist das Ziel! Was in keiner guten Beziehung fehlt, ist die Freude mit- und aneinander. Zeigen Sie Ihre Zuneigung, nehmen Sie Ihre Freundin in den Arm, schenken Sie Blumen jenseits des Valentinstages und kommunizieren Sie auf Augenhöhe. Nehmen Sie Ihren Partner ernst. Ironie und Zynismus mögen manchmal attraktiv erscheinen, sind aber schlechte Ratgeber. Fühlt sich Ihre Partnerin oder Ihr Partner auf Dauer nicht ernst genommen, ist es schwer, wieder zu einer vertrauensvollen Basis zurückzukehren. Wer es schafft, eine Mischung aus Höhepunkten, gestaltetem A

lltag, intensivem Austausch, der auch schwierige Themen nicht ausspart und humorvollem Miteinander hinzubekommen, liegt auf der sicheren Seite. Das mag schwierig klingen, lohnt sich aber. Vergessen Sie nicht: Individuelle Entfaltung ist so lange gut, wo man die Freiheit des Anderen nicht einschränkt und auch einmal freiwillig verzichtet.