Was versteht man unter einem klassischen Barbershop?

Der Begriff Barbershop geht auf die Begriffe la barbe (frz.) bzw. barba (lat.) = Bart zurück. Es gab Zeiten, da ließ sich der Mann die Haare einfach beim Friseur am Ort schneiden, ebenso fand die Bartpflege dort statt, meist in wöchentlichen Abständen. Doch was unterscheidet einen normalen Friseur vom Barbershop?

Der Barbershop vermittelt einem Mann ein cooles, sinnliches Erlebnis mit zahlreichen Facetten. Er ist ein Club für Männer, die sich gerne pflegen lassen, adäquat dem Beautysalon für Frauen.
Man ist unter sich, kann entspannen, diskutieren und debattieren, echte Männergespräche führen, Kaffee, Whisky, Bier trinken oder auch eine Zigarette bzw. Zigarre genießen. Aus diesem Grund kommt man, wenn es die eigene Zeit ermöglicht, nicht unbedingt erst zum Termin, sondern evtl. schon mal eine halbe Stunde früher….
Im Zentrum steht natürlich ein excellenter Haarschnitt, eine Nassrasur oder auch die Bartpflege. In vielen Barbershops entwickeln sich darüberhinaus auch Gemeinschaften, die sich gegenseitig unterstützen, networken und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Männer wollen unter sich sein, sind aber absolut nicht frauenfeindlich eingestellt.
Es soll einfach eine Wellness- und Wohlfühlzone ausschließlich für sie sein!
Der klassische Barbershop ist kein normaler Friseur, sondern steht für eine eigene Welt: mehr Qualität, mehr Stil, mehr Mann!

Der Bart und seine Kultur

Seit jeher ist der Bart ein Zeichen von Stärke, Macht und Dominanz. Im Laufe der Jahrtausende war er wechselnden Moden unterworfen, aber nie wirklich verschwunden.
Der Bart unterstreicht die Persönlichkeit, den Charakter. Nachdem der Bart im 20. Jahrhundert eher eine untergeordnete Rolle spielte, feiert er in den vergangenen Jahren ein Comeback und es gibt eine ungeheure Vielfalt, was die Form und die Länge anbetrifft, entsprechend den individuellen Vorlieben und Wünschen!

Barbershop TheMan

Geschichte des Berufsbildes Bader

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit gab es den Beruf des Baderknechtes, der ein sehr umfassender Beruf war. Der Bader betrieb in erster Linie eine Baderstube, er war nicht nur für jegliche Haarpflege zuständig, sondern er übte auch den chirurgischen bzw. ärztlichen Beruf aus, d.h. er zog Zähne, leistete Geburtshilfe, versorgte Knochenbrüche, besorgte den Aderlass und war generell Ansprechpartner bei sämtlichen gesundheitlichen Leiden. Man nannte ihn auch den „Arzt der kleinen Leute“.
Das änderte sich erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts; in dieser Zeit begann sich ein Ärztesystem zu etablieren und der Beruf des Baders reduzierte und spezialisierte sich nach und nach auf die Pflege und Behandlung des Haares.
Bis 1930 gab es den Ausbildungsberuf des staatlich geprüften Baders. Bei der Ausbildung war der Fokus auf modische Frisuren (ohne Haarefärben), Bartpflege, Gesichtspflege/-rasur und das Trimmen der Nackenpartie gerichtet. Viele seiner Tätigkeiten wurden in andere Berufsbilder integriert.

Geschichte des Bartes

Bereits in der Jungsteinzeit werden wir auf den Königsbart der Ägypter verwiesen.  Der Bart des Pharao war allerdings künstlich, sollte von omnipotenter Männlichkeit zeugen und wurde auch von Frauen getragen. Mit dem Untergang des Pharaonenreiches spielten die Frauen allerdings keine Rolle mehr.
Die Griechen liebten (gelockte) Bärte und die Rasur galt als ein Mittel zur Bestrafung.
Philosophen wie Sokrates oder Platon trugen lange Bärte, was vor allem auch als Ausdruck ihrer Weisheit galt.
Erst bei den Makedoniern vor ca. 2300 Jahren wurde die Rasur populär. Alexander der Große z.B. vertrat die Ansicht, dass ein Bart im Kampf nur hinderlich sei!

In den folgenden Zeiten hing die Bartmode in erster Linie vom jeweiligen Herrscher ab. Zar Peter zum Beispiel hatte eine krankhafte Abneigung gegen den Bart, was zur Einführung einer Bartsteuer führte, die verständlicherweise wiederum zahlreiche Revolten verursachte. Der gezwirbelte Schnurrbart von Kaiser Wilhelm II. fand um 1900 zahlreiche Nachahmer. In Amerika hingegen machte der sog. Lincoln-Bart, dessen Träger Abraham Lincoln war, Furore.

Später war der Bart nicht mehr unbedingt das Signum eines Herrschers: bei Karl Marx war er Zeichen der Revolution, Salvador Dali wiederum betrachtete seinen fein gezwirbelten Schnurrbart als „Antennen für göttliche Botschaften“ und bei der Flower-Power-Bewegung drückten sie vor allem den Protest gegen die Elterngeneration aus. Nach dem 1., mehr noch nach dem 2. Weltkrieg standen Individualität und Querdenkertum im Vordergrund.

Im 20. Jahrhundert und bis in die 2000er stand mehr und mehr der fitte, erfolgsorientierte und möglichst glatte, bartlose Mann im Mittelpunkt.
Die Erfindung des elektrischen Rasierapparates und der Wegwerfklingen leisteten dieser Entwicklung Vorschub.
Vor rund einem Jahrzehnt erwachte jedoch die Sehnsucht nach einer neuen Männlichkeit, nach Verwegenheit und Abenteuer: ein Symbol dafür ist der Dreitagebart. Damit verbunden ist das Interesse an Rasur und Gesichtspflege als Lifestyle-Accessoire. Vorbilder sind nun nicht mehr Herrscher, sondern die Stars, die über den roten Teppich flanieren…
Vollbart, Ziegenbart, Koteletten, Backenbart, Schnauzbart: der individuelle Geschmack entscheidet! Nur der wilde Bart gilt nach wie vor als absolut unfein, wenn Vollbart, dann bitte excellent gepflegt!

Ursprung des klassischen Barbershop’s

Im alten Griechenland finden wir die ersten Ursprünge des heutigen Barbershop’s. Die Läden der Barbiere waren die Treffpunkte um Neuigkeiten auszutauschen, sei es nur Klatsch oder auch politische Angelegenheiten. 296 v. Chr. wanderte die Idee weiter nach Rom.
In den Vereinigten Staaten war und ist die Idee des Barbershops weit verbreitet als Treffpunkt für den Durchschnittsmann, der zu den Einrichtungen der höheren Gesellschaft keinen Zutritt hat; desgleichen galt für die zahlreichen Einwanderer im 19. Jahrhundert, die zudem auch nur über wenig Geld verfügten.
Da beim Warten stets auch viel gesungen wurde, entstand daraus eine eigene Musikrichtung: die Barbershop Quartet Music.

Der Barbershop in gegenwärtiger Zeit

In den letzten Jahren verbreitet sich die Idee des Barbershop’s zunehmend auch in Europa und erfreut sich großer Beliebtheit. In vielen Städten stellen sie bereits eine Institution dar, die wachsenden Zuspruch erfährt.

Der Besuch im Barbershop ist eine Entscheidung gegen die Hektik unserer Zeit, er sorgt für Entschleunigung – das klassische Ambiente eines Barber Shops trägt dazu in wesentlichem Maße bei.

Barbershop TheMan