Minimalismus – Ein minimalistischer Einrichtungsstil eignet sich gerade für Stadtapartments, in denen häufig das Platzangebot begrenzt ist. Diesen Stil gibt es schon länger, er stammt aus asiatischen Einflüssen, dem Bauhaus-Stil und der Moderne. Wichtig zu wissen: Der minimalistische Wohnstil ist stets modern. Zudem entlastet er die Bewohner, weil beispielsweise ein MacBook die sonst umfangreiche, platzfordernde DVD-/CD-Sammlung ersetzt.

Der Minimalismus: Reduktion auf das Wesentliche

Der minimalistische Wohnstil setzt Ansätze der Reduktion vollständig um. Die Einrichtung ist grundsätzlich schlicht, aber elegant, was gerade daraus die Wirkung schöpft. Das wesentliche Merkmal dieses Stils ist die Ordnung, die auch durch insgesamt klare Strukturen entsteht. Da der Minimalismus schon seit den frühen 1990er Jahren sehr beliebt wurde, darf er inzwischen als modeunabhängiger Klassiker gelten. Einrichtungsgegenstände weisen oft eindeutige geometrische Formen auf und gemahnen nicht selten an den Kubismus. Die Reduktion hebt wesentliche Merkmale hervor. Der wichtigste Aspekt ist sicher die entstehende Großzügigkeit im Raum durch die sparsame Einrichtung, die entstehenden großen Flächen und die klaren Linien. Diese Elemente sind die Basics des minimalistischen Wohnstils.

Farben, Licht und Materialien beim minimalistischen Wohnen

Bei den Farben dominieren oft Weiß, Grau und Schwarz, weil diese Töne den Raum vergrößern, wenn Schwarz nur sehr sparsam eingesetzt wird. Es kommen durchaus weitere Farbtöne als Effekt hinzu, jedoch nur punktuell und als latenter Eyecatcher. Dabei kann es sich sogar als Highlight nur um ein einziges farblich gestaltetes Element handeln. Ein wichtigeres Gestaltungselement als die Farbe ist das Licht. Ohne Helligkeit lässt sich ein minimalistischer Einrichtungsstil nicht umsetzen. Das Licht muss zu den Oberflächen passen. Die Materialien sind sachlich: Glas, Natursteine, Chrom und Stahl werden stets bevorzugt, doch natürlich gehören auch Möbel aus Holz in den Raum. Nur auf eine wuchtige Polstergarnitur muss der Einrichter verzichten. Dasselbe betrifft verspielte Elemente, bei der Dekoration ist weniger auf jeden Fall mehr. Die Umsetzung so einer Einrichtung ist einfach, muss aber konsequent erfolgen und eher auf hochwertige Bestandteile setzen. Die Wände bleiben einfarbig und dabei bevorzugt sehr hell, dekorative Elemente können gänzlich fehlen. Hinzu kommen ungemusterte, eher sachlich gestaltete Böden. Um den minimalistischen Stil nicht zu verwässern, müssen die Flächen glatt, die Formen streng bleiben. Im Raum (nicht an der Wand) darf es natürlich die eine oder andere Dekoration geben, jedoch wird sie äußerst sparsam eingesetzt. Es handelt sich in der Regel um besonders ausgefallene Stücke. Da die gesamte Einrichtung Funktionalität und nicht Dekoration betonen soll, werden offene Regale nur sparsam ausgestattet sowie niemals überfüllt. Schränke und Einbauschränke schaffen Stauraum und unterstützen gleichzeitig die klare Linie.

Minimalismus beim Wohnen: Purismus bei den Möbeln

Im minimalistischen Einrichtungsstil sind Möbel elegant und puristisch beschaffen. Abgesehen von den Stücken erstklassiger Designer können Einrichter diese auch etwas preiswerter selbst finden, wenn sie auf glatte Oberflächen von hochwertigen Materialien wie beschrieben setzen. Wichtig zu wissen: Im minimalistischen Wohnen steht jedes Möbelstück für sich allein. Es kann schlicht sein und dennoch ohne Ergänzung wirken. Wichtig ist dafür eine zurückhaltende Möblierung, die im Alltag durch absolute Ordnung ergänzt wird: Jedes Detail, das die minimalistische Einrichtung nicht konsequent unterstreicht, wäre ein störendes, die Raumwirkung minderndes Element.
Weitere Grundsätze und Varianten des minimalistischen Wohnstils

Der Stil kann sehr puristisch sein, es gibt aber auch Varianten der Einrichtung, die nicht absolut karg daherkommen, sondern etwas abgeschwächt in Form der Gestaltung mit überwiegend geometrischen Formen. Der Stil bleibt insgesamt sehr sachlich, das Grundprinzip der Reduktion wird nicht angetastet. Kein Raum darf überladen wirken. Dahinter steckt der Grundsatz, dass sich die Form der gewünschten Funktionalität unterordnet. Im Design – selbst im Industriedesign – ist auch der umgekehrte Weg möglich, der sogar häufiger gegangen wird: In diesem Fall kreieren Designer interessante Formen, denen sich die Funktionen dann anpassen müssen, nötigenfalls durch mehr Leistung. Das ist bei den meisten Automobilen der Fall, die praktisch nie so schnittig gebaut werden, dass sie den geringsten Luftwiderstand erreichen – das sähe einfach nicht schick genug aus. Natürlich denken auch beim Wohnen die meisten Menschen eher an Chic als an die absolute Funktionalität ihrer Räume, doch im Minimalismus ist gerade diese Betrachtung das Wesensmerkmal. Sie führt zu einer neuen Ästhetik, die es ihrerseits in sich hat.